Ich geriet in Panik, als ich die Tür zum Zimmer meiner Teenager-Tochter öffnete. Was ich dort vorfand, überraschte mich wirklich.

Die Lampe spendete ein sanftes Licht. Ich holte tief Luft … bereit für alles. Dachte ich zumindest.

Und was ich sah, verschlug mir buchstäblich den Atem: Meine Tochter saß mit Kopfhörern auf dem Boden und erklärte ihrer Freundin, die völlig in ihr Notizbuch vertieft war, voller Begeisterung mathematische Formeln. Um sie herum ein Schlachtfeld aus Haftnotizen, Textmarkern und ein Teller mit selbstgebackenen Keksen, der noch unberührt war.

Eine Szene, die alles ins rechte Licht rückt.

Ich stand sprachlos da, erleichtert und zugleich ein wenig beschämt. Meine Tochter sah mich mit großen, erstaunten Augen an:
„Mama, ist alles in Ordnung mit dir?“

Ich murmelte ein „Ja, ja, perfekt“, bevor ich die Tür schloss, rot wie eine Pfingstrose.
Und im Flur brach ich in Lachen aus. Erst ein nervöses Lachen, dann ein Lachen der Erleichterung, fast der Zärtlichkeit.

Mir war gerade etwas Wesentliches klar geworden: Unsere Teenager sind nicht immer da, wo wir sie erwarten. Manchmal überraschen sie uns – und oft zum Guten.

Loslassen lernen (auch wenn es schwerfällt).
An diesem Tag habe ich eine wichtige Lektion in Vertrauen gelernt. Natürlich wird meine Tochter erwachsen und entdeckt Freundschaft, Liebe und Kameradschaft. Aber sie tut dies in ihrem eigenen Tempo, mit entwaffnender Unschuld und Aufrichtigkeit.

Was wäre, wenn unsere Rolle als Eltern letztendlich auch darin bestünde, zu akzeptieren, dass wir nicht alles kontrollieren können? Ihnen ihre Erfahrungen zu ermöglichen und gleichzeitig eine beruhigende Präsenz zu bleiben, bereit zuzuhören, ohne zu urteilen?

Seitdem klopfe ich immer an, bevor ich ihr Zimmer betrete. Nicht aus Angst, erwischt zu werden, sondern weil ich ihr zeigen möchte, dass ich sie respektiere und ihr gewissermaßen vertraue.

Erwachsenwerden bedeutet auch, Vertrauen zu lernen. Klicken Sie auf die nächste Seite