Samstag, dem 14. Mai 2012, war der Himmel über der Küste von San Pedro del Mar strahlend blau und wolkenlos. María Gómez erinnert sich noch gut an die ungewöhnliche Freude ihres Mannes Julián an diesem Morgen. Seit Wochen hatte er davon gesprochen, mit ihrer zwölfjährigen Tochter Laura vor Schuljahresende einen kurzen Segeltörn zu unternehmen. „Nur eine Nacht auf See“, versicherte er ihr und zog die Taue des kleinen Familiensegelboots „El Albatros“ fest. „Wir sind morgen Mittag zurück.“
María sah ihrem Vater und ihrer Tochter nach, die davonsegelten, hin- und hergerissen zwischen Stolz und Unbehagen – ein Gefühl, das sie nie erklären konnte. Julián war ein erfahrener Seemann, praktisch auf See aufgewachsen, und er kannte diese Bucht besser als jeder andere. Doch als das weiße Segel am Horizont verschwand, überkam sie eine unerklärliche Leere.
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